Glossar Vorsorge

Was ist das Drei-Säulen-System? Wie unterscheidet sich die gebundene von der freien Vorsorge und was sind die Vorteile? In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Vorsorge.

Das Dreisäulenkonzept der Schweiz

Die 1. Säule steht für die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung). Zur staatlichen Vorsorge zählen auch IV (Invalidenversicherung), EO (Erwerbsersatz während des Militärdienstes) und ALV (Arbeitslosenversicherung). In der AHV/IV sind alle Personen mit Wohnsitz oder Erwerbstätigkeit in der Schweiz obligatorisch versichert.


Das Ziel der Existenzsicherung erreicht die AHV/IV allerdings oft nicht mehr. Deshalb besteht je nach Vermögens- und Einkommenssituation des Rentenbezügers die Möglichkeit, Ergänzungsleistungen zu beanspruchen.
 

Die 2. Säule ist im BVG (Berufliches Vorsorgegesetz) und im UVG (Unfallversicherungsgesetz) verankert. Der Kreis der in der 2. Säule versicherten Personen ist im Gegensatz zur 1. Säule eingeschränkt.


Angestellte mit einem Einkommen von mehr als 21'330 Franken (Stand 2019) sind durch die Pensionskasse des Arbeitgebers automatisch in der beruflichen Vorsorge versichert. Die Leistungen der 2. Säule sollen zusammen mit den Leistungen der 1. Säule die bisherige Lebenshaltung in angemessener Weise ermöglichen.


Seit 1984 ist das UVG, seit 1985 das BVG für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer obligatorisch, selbstständig erwerbende Personen können sich freiwillig in der 2. Säule versichern.
 

Die beiden ersten Säulen erreichen ihre Ziele nicht immer. Aus diesem Grund unterstützt der Staat die im Gesetz verankerte private Vorsorge im Rahmen der 3. Säule.


In der 3. Säule unterscheiden wir zwischen der mit Steuerprivilegien ausgestatteten gebundenen Vorsorge (Säule 3a) und den flexiblen Sparformen der freien Vorsorge (Säule 3b).


Im Gegensatz zu den obligatorischen Versicherungen AHV und Pensionskasse kann die private Vorsorge frei und bedarfsgerichtet gestaltet werden.
 

Tabelle Schweizer Säulensystem2

Gebundene und freie Vorsorge

In der privaten Vorsorge wird zwischen «gebundenen» und «freien» Finanzdienstleistungslösungen unterschieden. Die Unterschiede liegen vor allem bei der Verfügbarkeit der Leistungen, der steuerlichen Behandlung sowie der erbrechtlichen Handhabung.

Bei der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) ist unter anderem der Zeitpunkt der Auszahlung an gesetzliche Bestimmungen gebunden. Dafür kommen Sie in den Genuss von mehrfachen Steuervorteilen. Produkte in der gebundenen Vorsorge sind die 3a-Kontolösung sowie 3a-Lebensversicherungen.

Die freie Vorsorge (Säule 3b) kann am einfachsten mit zielgerichtetem Sparen umschrieben werden. Die Steuervorteile sind weniger ausgeprägt als bei der gebundenen Vorsorge. Zur freien Vorsorge gehören Vermögenswerte wie Sparkonten, Anlagefonds, Aktien, Obligationen oder auch 3b-Lebensversicherungen.

  • Einzahlungen können in Höhe der gesetzlichen Abzugslimiten vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
  • Während der Laufzeit fallen weder Einkommens- noch Vermögenssteuern an.
  • Die Auszahlung erfolgt getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Steuersatz (abhängig von Kanton und Gemeinde).
     

Im Unterschied zur gebundenen Vorsorge geniesst die freie Vorsorge keine grundsätzlichen Steuerprivilegien. Einzahlungen in die Säule 3b können nicht generell vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Beachten Sie die steuerliche Handhabung in Ihrem Wohnkanton. Für gewisse Produkte bietet jedoch auch die freie Vorsorge steuerliche Vorteile. So sind Auszahlungen von 3b-Lebensversicherungen in der Regel steuerfrei (besondere Regelung bei fondsgebundenen Lebensversicherungen und Lebensversicherungen gegen Einmalprämie).

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