«Click-to-buy»: mit ein paar Klicks zur optimalen Finanzierungslösung

Der Markt und das Konsumentenverhalten verändern sich. Immer häufiger werden Finanzierungsprodukte schnell und unkompliziert auf Vergleichsplattformen abgeschlossen.

Interview - 17.06.2021

Thomas Jakob (Leiter Valuu), Valuu wird in der Öffentlichkeit vor allem als Vermittlungsplattform für Hypotheken wahrgenommen. Ihr Angebot geht aber über die Finanzierung von Immobilien hinaus?

Das Hypothekengeschäft ist sicher das grösste und lukrativste, auch vom Markt her, und deshalb wichtig für uns. Wir sind aber überzeugt, dass eine Plattform mehr als ein Produkt anbieten muss. Langfristig gedacht ist es nicht realistisch, dass sich der Kunde, die Kundin auf zig verschiedenen Plattformen informiert. Darum haben wir von Beginn an eine Multi-Produkt-Plattform geplant, die wir laufend ausbauen. So starten wir im Sommer mit einem neuen Konsumkreditprodukt – dies ebenfalls mit dem Konzept, dass man Produkte vergleichen und sofort abschliessen kann. 

Sie haben den Anspruch, die beste unabhängige Vermittlungsplattform für Finanzdienstleistungen in der Schweiz zu sein. Wie setzen Sie dieses Versprechen in der Praxis um? Wie grenzt sich Ihre Plattform von der Konkurrenz ab?

Sicher ist bei uns einmalig, dass man sich einloggt, seine Daten eingibt und abgestützt darauf laufend die aktuellen Zinssätze unserer Partner erhält. Passt ein Zinssatz bzw. ein Angebot, kann man dieses mit einem Klick sofort abschliessen. Das heisst: Wir haben keine Verzögerung im Ablauf, keine manuellen Schritte und wenn vom Kunden nicht gewünscht, auch keinen Beratungsprozess. Es müssen keine Offerten eingeholt werden und es gibt keine versteckten Absprachen mit den Kreditgebern. Da sind wir insgesamt der Konkurrenz sicher einen Schritt voraus. 

Einzigartig bei Valuu ist auch, dass ein Unternehmen wie PostFinance ein solches Projekt startet – im Bewusstsein, dass sich die Welt verändert und damit auch das traditionelle Bankengeschäft. Dies signalisiert, dass PostFinance die Zukunft mitgestalten und im Markt etwas bewegen will. 

Apropos unabhängig: Wie stellen Sie als Corporate Startup diese Unabhängigkeit gegenüber PostFinance sicher?

Wir sind nur schon aus dem Grund neutral und unabhängig, weil PostFinance gemäss Gesetz aktuell gar keine eigenen Kredite auf die Bilanz nehmen darf. Wir können sie also gar nicht bevorzugen. Im Gegenteil: Die starke Marke im Hintergrund vermittelt den Kunden Sicherheit und Vertrauen – das ist in unserer Plattform sozusagen eingebaut.

Für die Anfrage von Finanzierungen, Krediten und Vorsorgelösungen sind sehr private Angaben nötig, die dann von Ihnen an verschiedene Vertragspartner weitergehen. Wie garantieren Sie den Schutz dieser vertraulichen Daten? 

Sobald man sich mit Hypotheken, Krediten und Vorsorgelösungen befasst, stellt man schnell fest, dass dafür viele persönliche Angaben nötig sind. Die Daten müssen so oder so zur Verfügung gestellt werden – ob einer Bank oder einer Plattform. Da nützt es uns wieder, Teil von PostFinance zu sein, die in der Bevölkerung ein grosses Vertrauen geniesst. Valuu unterliegt dem Bankkundengeheimnis und hält dadurch viel strengere Datenschutzrichtlinien ein als die meisten anderen Plattformen auf dem Markt. 

«Click-to-buy»: Dann ist es möglich, dass man mit ein paar Klicks ohne persönliche Beratung die optimale Lösung und besten Angebote für die entsprechenden Bedürfnisse erhält?

Ja, das ist richtig. Und das Bedürfnis dafür steigt – der Markt ist noch nicht riesig, aber er wächst stetig. Das Verhältnis zu den Bankberatern ist nicht mehr das gleiche wie früher; die Kunden wollen mehr selbst machen, schnell, unkompliziert und zu jeder Tageszeit. Da sind wir als Plattformbetreiber gefordert, ein Erlebnis daraus zu machen. 

Wird Ihr Angebot vor allem von einer jungen, digitalaffinen Zielgruppe genutzt?

Es ist keine Überraschung, dass vor allem diejenigen, die ihre Hypothek erneuern, unsere Plattform am häufigsten nutzen. Personen zwischen 45 und 55 Jahren, gut situiert, beruflich in führenden Positionen. Die meisten kennen sich mit Finanzprodukten aus oder haben bereits eine Hypothek abgeschlossen. 

Neukäufer dagegen beanspruchen meistens eine Beratung, sie sind öfters unsicher und haben mehr Fragen. Das ist ja auch für eine junge Familie ein emotionaler Schritt, bei dem man von einer Fachperson begleitet werden will. Bei Valuu bieten wir deshalb kostenlose Beratung per Telefon an.

Ein Blick in die Zukunft: Wie werden in fünf Jahren Bank- und Vorsorgegeschäfte abgewickelt? Wie werden die digitalen Angebote/Plattformen weiter optimiert? Wie verändern sich die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden?

Ab und zu wird uns ja vorgeworfen, dass wir das Bankgeschäft «kaputt» machen und wegen Plattformen wie unserer Filialen geschlossen werden müssten. Das finde ich zu dramatisch ausgedrückt. Es wird weiterhin ein Kundensegment geben, das ein Bedürfnis nach einer Begleitung in einer Filiale hat. Wenn ein Kunde eine Beziehung von Mensch zu Mensch sucht, dann kann eine digitale Plattform das heute nicht erfüllen. 

Sicher ist aber auch, dass immer mehr Leute ihre Finanzierungsprodukte über Vergleichsplattformen beziehen werden. Das ist eine Verhaltensveränderung in der Gesellschaft, die nicht aufzuhalten ist. Das Internet erzieht uns quasi dazu.

Ich persönlich glaube, dass es sich im Plattformgeschäft um einen «The winner takes it all»-Markt handelt. Es wird in der Schweiz nicht 20 Plattformen nebeneinander geben – diejenige, die die Kundenbedürfnisse am besten erfüllt, wird sich durchsetzen. Und das wird Valuu sein.
 

Hypothek suchen, vergleichen
und abschliessen.

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