Immobilienfinanzierung

Die Zinsen sind gestiegen. Und jetzt?

10.02.2022 Eye Icon ca. 3 Minuten

Im August 2019 erreichten die Hypothekarzinsen ein historisches Rekordtief: Der Richtzins für eine zehnjährige Festhypothek lag damals unter 1 Prozent. Jetzt steht dieser Wert bei 1,37 Prozent. Wie ist dieser Anstieg zu bewerten? Wie sind die Prognosen?

2021 mehr Bewegung im Zinsmarkt

Die Zinsen stiegen bis Oktober 2021 auf das Niveau des Frühjahrs 2019, fielen im Dezember auf den Jahrestiefpunkt und stiegen innerhalb von vier Wochen wieder um 0,2 Prozent auf die besagten 1,37 Prozent (Stand 21.1.2022, vgl. Comparis Hypo-Chart) – den höchsten Wert seit zwei Jahren. Markiert dieser Zinsanstieg nun das Ende der Tiefzinsphase? Das lässt sich natürlich nicht voraussagen, aber sicher ist: Zinsschwankungen sind normal, nur waren sie 2021 etwas ausgeprägter als noch 2020. 

Inflationsangst als Auslöser

Den Grund für die jüngsten Zinsschwankungen sehen Experten in der Angst vor einer höheren, länger andauernden Inflation, welche auch die Zinsen ansteigen lassen würde. Hauptauslöser für diese Ängste dürften die sehr hohen Inflationsraten in den USA (bis zu 7 Prozent) und im Euro-Raum (über 5 Prozent) sein. Um die Inflation zu drosseln, kündigte die US-Zentralbank Fed (Federal Reserve System) für 2022 mehrere Leitzinserhöhungen an. 

Lesetipp: «Hypothekarzinsen: Welche Faktoren beeinflussen ihre Höhe

Schweiz: Tiefere Inflationsrate, weiterhin tiefer Leitzins

Von derart hohen Inflationsraten wie im Ausland ist die Schweiz verschont geblieben. Gemäss dem Bundesamt für Statistik lag die Inflationsrate im Dezember 2021 bei 1,5 Prozent (Vergleichsmonat: Dezember 2020). Über das ganze Jahr 2021 gesehen betrug sie 0,6 Prozent (2020: -0,7 Prozent). Die SNB (Schweizerische Nationalbank) geht davon aus, dass die höhere Inflation ein vorübergehendes Phänomen ist; für 2022 erwartet sie zwar einen weiteren Anstieg auf 1 Prozent, für 2023 aber eine Entspannung mit Werten um 0,6 Prozent. Die SNB sieht denn auch keinen Grund, ihre lockere Geldpolitik zu verändern und hat angekündigt, den Leitzins bei – 0,75 Prozent zu belassen. 

Indirekte Zinserhöhung durch antizyklischen Kapitalpuffer 

Weniger entspannt sieht die SNB die Verteuerungen im Immobilienmarkt; die Immobilienpreise und das Hypothekarvolumen sind in den letzten Jahren stärker gestiegen als zum Beispiel die Konsumentenpreise oder die Einkommen. Die SNB hat beim Bundesrat deswegen vor kurzem beantragt, den antizyklischen Kapitalpuffer zu reaktivieren und somit einer Überhitzung des Marktes entgegenzuwirken. Ab Ende September 2022 müssen nun Banken (Pensionskassen und Versicherungen sind nicht betroffen) ihre Kapitaldecke im Verhältnis zu ihren vergebenen Wohnbauhypotheken um 2,5 Prozent erhöhen. So sind sie besser abgesichert, falls viele Kunden ihren Hypothekarforderungen nicht nachkommen können. Diese Erhöhung des Kapitalpuffers wirkt sich indirekt auch auf die Hypothekarzinsen aus.

Experten erwarten, dass die Zinsen auch 2022 stärker schwanken und in der Tendenz steigen werden. Dazu könnten nicht nur der inländische, sondern auch der internationale Kapitalmarkt beitragen – allen voran die Europäische Zentralbank EZB und die US-Notenbank mit ihren angekündigten Leitzinserhöhungen. Wie sich diese auf den Euro und den Franken und indirekt auf den Hypothekenmarkt auswirken werden, ist schwer vorauszusehen. Ganz spurlos werden diese aber wohl nicht an der Schweiz vorübergehen.

Markt beobachten und vergleichen!

Was bedeuten die jüngsten Entwicklungen und Prognosen nun für Sie und Ihre Hypothek? Es kann sich angesichts der grösseren Schwankungen und prognostizierten Steigungstendenz lohnen, den Markt etwas genauer zu beobachten, um die Talphasen nicht zu verpassen. Auch sind weiterhin langfristige Festhypotheken über 10 Jahre oder mehr oft eine gute Wahl, um die immer noch relativ tiefen Zinsen langfristig zu sichern. 

Die wichtigste Devise bei der Suche nach einer günstigen Hypothek ist und bleibt aber das Vergleichen. Auf Valuu finden Sie für alle Laufzeiten verbindliche Top-Angebote, die weit unter den hier genannten Zinsen liegen, die lediglich Durchschnittswerte darstellen. Bei Fragen helfen Ihnen unsere Expertinnen und Experten gerne weiter.

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