Hypothek zurückzahlen: Wann lohnt es sich und wann nicht?

Wer eine Hypothek zurückzahlt, spart Zinskosten und hat weniger Schulden. Wer die Hypothek verlängert, kann das Geld anderweitig nutzen. Dabei kommt es vor allem auf Ihre Wünsche an.

Wenn Ihre Hypothek abläuft, können Sie diese entweder verlängern oder zurückzahlen. Oder Sie zahlen einen Teil der Hypothek zurück und verlängern diese für den Restbetrag. Für die Verlängerung Ihrer Hypothek lohnt sich auf jeden Fall ein Vergleich Ihrer Angebote. So können Sie jährlich viel Geld sparen. Möchten Sie Ihre Hypothek oder einen Teil davon zurückzahlen, dann können Sie das auf zwei Arten machen: mit der direkten oder indirekten Amortisation. Aber was spricht überhaupt für das Zurückzahlen Ihrer Hypothek? Und was dagegen? Wir sagen es Ihnen.

Wann sollten Sie Ihre Hypothek nicht zurückzahlen?

Ihre Hypothekarzinsen sind tief

Grundsätzlich gilt: Je höher Ihre Hypothekarzinsen, desto mehr könnten Sie sparen, wenn Sie Ihre Hypothek zurückzahlen. Das heisst im Umkehrschluss: Im aktuellen Niedrigzinsumfeld lohnt es sich kaum, Ihre Hypothek zu amortisieren. Wer zum Beispiel 1% Zinsen auf eine Hypothek von 200'000 Franken zahlt, spart 2000 Franken pro Jahr, muss dafür aber eine hohe Summe aus dem eigenen Ersparten im Eigenheim binden.

Sie investieren gerne in Aktien

Statt Ihre Hypothek zurückzuzahlen, können Sie das Geld in Aktien, Fonds oder Wertpapiere investieren. Diese versprechen in der Regel mehr Rendite, als Sie für Ihre Hypothek Zinsen bezahlen. Unterm Strich machen Sie also Gewinn. Aber Achtung: Bei der nächsten Finanzkrise ist nicht nur Ihr Anlagekapital in Gefahr, sondern es könnten auch die Hypothekarzinsen steigen. Dann kann es teuer werden, wenn Sie Ihre Hypothek das nächste Mal verlängern.

Beispiel für eine Hypothek von CHF 200'000 CHF und einen Grenzsteuersatz von 30%

Sie sparen mit der Hypothek viele Steuern

Wenn Sie viel Vermögen haben, lohnt es sich eher, Ihre Hypothek zu verlängern. So können Sie diese Schulden weiterhin in der Steuererklärung von Ihrem Vermögen abziehen. Auch Ihre Zinskosten können Sie vom steuerbaren Einkommen abziehen. Bei aktuell tiefen Zinsen resultiert daraus allerdings nur eine geringe Steuerersparnis. Wer 1% Zinsen zahlt, kann bei einer Hypothek von 200'000 CHF im Jahr 2000 CHF am Steuerbaren Einkommen abziehen. Das ist je nach Grenzsteuersatz eine Ersparnis von wenigen hundert Franken.

Sie gehen bald in Rente

Nach der Pensionierung sinkt das Einkommen um bis zu 40%. Da kann es hilfreich sein, etwas Geld auf der Seite zu haben. Wenn Sie alle Ersparnisse ins Eigenheim investiert haben, fehlt Ihnen vielleicht Geld für unvorhergesehene Ausgaben. Wer eine 10 Jahre Festhypothek über 200'000 Franken nicht amortisiert, zahlt bei einem Zinssatz von 1% jährlich 2000 Franken, hat dafür aber während der Laufzeit jedes Jahr 20'000 Franken frei zur Verfügung.

Wann lohnt es sich, Ihre Hypothek zurückzuzahlen?

Sie investieren Ihr Geld nicht

Wenn Sie Ihr Vermögen auf dem Konto liegen haben, wo es keine Rendite abwirft, können Sie es gut zur Amortisation der Hypothek nutzen. Denn so sparen Sie bei den Zinsen. Wer zum Beispiel eine Hypothek über 200'000 Franken mit 1% Zinsen zurückzahlt, spart pro Jahr 2000 Franken Zinskosten.

Sie wollen keine Schulden

Wenn Sie Ihre Hypothek zurückzahlen, gehört das Eigenheim Ihnen. Das ist nicht nur ein schönes Gefühl, sondern reduziert auch das Risiko einer Überschuldung. Denn der Wert Ihrer Immobilie kann sich ändern. Im besten Fall steigt er. Sinkt der Immobilienwert jedoch, dann erhöht das den prozentualen Anteil der Hypothek am Gesamtwert. Ihr Verschuldungsgrad steigt. Je höher Ihr Anteil am Eigenheim, desto weniger schwer wiegt ein Wertverlust. Ausserdem können Sie bei vollständiger Amortisation Ihre Immobilie schuldenfrei an Ihre Kinder übergeben oder einfach verkaufen.

Sie können es sich leisten

Für die Rückzahlung Ihrer Hypothek brauchen Sie genügend freies Kapital. Wenn Sie es sich leisten können, dann verbessert eine Rückzahlung Ihrer Hypothek Ihre Tragbarkeitsbeurteilung bei den Kreditgebern. So erhalten Sie bessere Konditionen, falls Sie Ihre Hypothek irgendwann wieder aufstocken möchten. Sie sollten aber unbedingt immer eine Rücklage behalten, um unvorhergesehene Ausgaben bezahlen zu können.

Freiwillige Rückzahlung je nach Hypothekarmodell

Die Amortisation Ihres Eigenheims bis auf 65% Belehnung ist gesetzlich vorgegeben (2. Hypothek). Ist die Liegenschaft mit weniger als 65% belehnt, ist die Rückzahlung Ihrer Hypothek freiwillig. Bei einer Festhypothek können Sie diese allerdings erst am Ende der Laufzeit amortisieren, falls nicht anders vereinbart. Wollen Sie vorher einen Teil der Hypothek zurückzahlen, kostet dies in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung. Bei einer Flex/SARON-Hypothek ist die Amortisation meist flexibler gestaltet. 

Kostenlose Hilfe bei der Entscheidung

Viele Faktoren bestimmen also, ob es sich für Sie lohnt, Ihre Hypothek freiwillig zurückzuzahlen oder nicht oder nur einen Teil davon. Wie viel Zinskosten sparen Sie? Was ist Ihr Steuervorteil? Brauchen Sie das Kapital? Unsere Hypothekarexpert:innen helfen Ihnen, die passende Entscheidung zu treffen – kostenlos und kompetent. Profitieren Sie jetzt von Valuu.
 

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