Eigenheim ohne Ehe: Das müssen Paare im Konkubinat wissen

Im Konkubinat zusammen ein Haus kaufen: Erfahren Sie hier, welche Möglichkeiten Sie als unverheiratetes Paar haben, um Wohneigentum zu erwerben und worauf Sie dabei achten sollten.

Gemeinsam ein Haus kaufen – ein Wunsch, den viele Paare haben. Auch wer unverheiratet ist, kann den Traum vom Eigenheim zusammen mit seinem Lebenspartner verwirklichen. Grundsätzlich stehen Ihnen beim Liegenschaftskauf als Paar im Konkubinat drei Eigentumsformen zur Auswahl. Wägen Sie deren Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander ab und entscheiden Sie gemeinsam, welche für Sie die beste Lösung ist.

Miteigentum: Beiden gehört ein Teil 

Wenn Sie für den Erwerb der Immobilie Vorsorgegelder benötigen, können Sie diese nur im Miteigentum kaufen. Als Paar, das im Konkubinat lebt, müssen Sie bei dieser Eigentumsform im Grundbuch deklarieren, wem wieviel der Liegenschaft gehört. Der Anteil entspricht dem Kapital, das beide Partner jeweils für den Kauf investieren, wie zum Beispiel 30 zu 70 Prozent. Jeder kann frei über seinen Anteil entscheiden. Wer nach einer Trennung seinen Anteil vom Haus verkaufen möchte, muss dem Miteigentümer aber das Vorverkaufsrecht einräumen. Obwohl beide Partner zu unterschiedlichen Anteilen an der Immobilie beteiligt sind, haften beide solidarisch für die Hypothek. 

Gesamteigentum: Beiden gehört je die Hälfte 

Wenn Sie als Paar das Eigenheim ohne Vorsorgegelder finanzieren können, steht Ihnen die Wahl der Eigentumsform offen. Neben dem Miteigentum können Sie sich auch fürs Gesamteigentum entscheiden: Bei dieser Form gehört die Liegenschaft beiden Partnern zu gleichen Teilen – unabhängig von der finanziellen Beteiligung und dem investierten Kapital. Auch hier gilt die Solidarhaftung. Gleiche Teile heisst zudem gleiche Entscheidungskraft: Sie müssen immer alles gemeinsam bestimmen und sich einig werden. Im Fall einer Trennung beispielsweise kann dadurch ein Verkauf über Jahre hinweg blockiert werden, falls Sie sich nicht einigen können, was mit dem Haus oder der Wohnung passieren soll. 

Alleineigentum: Einem gehört alles

Wie der Name bereits sagt: Beim Alleineigentum ist nur eine Person Eigentümer der Immobilie und besitzt die alleinige Verfügungsmacht. Allein bestimmen kann bei Uneinigkeit von Vorteil sein. Es bedeutet aber auch, dass einer die ganze Verantwortung trägt: Für alle Kosten, die die Immobilie verursacht (Hypothek, Unterhalt etc.), muss der jeweilige eigentumsberechtigte Partner allein aufkommen. Der nicht beteiligte Konkubinatspartner kann nur über einen Mietvertrag für eine Beteiligung an den Wohnkosten verpflichtet werden.

Für den Ernstfall vorsorgen

Auch wenn man nicht gerne an solche Szenarien denkt: Unabhängig davon, für welche der drei Eigentumsformen Sie sich entscheiden, sollten Sie als Paar im Konkubinat zusätzliche Regelungen für einen Trennungs- oder Todesfall treffen. Denn anders als bei Eheleuten ist es Konkubinatspartnern in der Schweiz selbst überlassen, Eigentumsverhältnisse in einem solchen Ernstfall zu regeln.
Vereinbarungen, die Sie in einer unverheirateten Partnerschaft im Falle einer Trennung treffen möchten, können beispielsweise in einem Konkubinatsvertrag oder Gesellschaftsvertrag festgehalten werden. Um sich für den Todesfall abzusichern, sollten Sie eine Risikoversicherung abschliessen, damit Sie die Erben auszahlen können und das Haus nicht verkaufen müssen.

Eingetragene Partnerschaft: besser geschützt

Eine Ausnahme sind eingetragene Partnerschaften. In dieser Beziehungsform ist der hinterbliebene Partner wie in einer Ehe erbberechtigt und generell besser geschützt als Konkubinatspartner. Aber auch in einer eingetragenen Partnerschaft lohnt es sich vertragliche Vereinbarungen zu treffen, um die Vermögensverteilung in einem Trennungsfall zu regeln.

Sind die nötigen Vorsorgeregelungen getroffen, können Sie sich schliesslich über die schönen Dinge einig werden – und das Eigenheim zu zweit gestalten und einrichten.

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