Dienstbarkeit

Dienstbarkeiten geben der oder dem Begünstigten das Recht, das jeweilige Grundstück in einem bestimmten Umfang zu nutzen. Die Dienstbarkeiten werden auf Basis eines öffentlich beurkundeten Vertrags in das Grundbuch eingetragen.

Dienstbarkeiten können den Wert der Liegenschaft dauerhaft mindern. Dies ist z. B. bei der Vergabe von Nutzniessungsrechten, Wohnrechten, Baurechten oder Vorkaufsrechten möglich. Nicht wertvermindernd in diesem Sinne gelten Wegrechte.

 

  • Nutzniessung 
    Bei einer Nutzniessung kann der Berechtigte die fremde Liegenschaft vollständig selbst nutzen oder vermieten. Dafür trägt er die Auslagen für den gewöhnlichen Unterhalt und die Bewirtschaftung der Liegenschaft, die Zinsen für die Hypothek sowie Steuern und Abgaben. Der Berechtigte kann die Liegenschaft nicht selbständig verkaufen oder sein Nutzniessungsrecht übertragen. (vgl. Art 745 ZGB)
  • Wohnrecht 
    Das Wohnrecht verleiht dem Begünstigten das Recht eine Liegenschaft (oder einen Teil davon) zu bewohnen. Grundsätzlich darf der Wohnrechtsberechtigte seine Familienangehörigen bei sich wohnen lassen. Das Wohnrecht ist weder übertragbar noch vererblich. Der Wohnrechtsberechtigte versteuert den Eigenmietwert und übernimmt die Kosten für den gewöhnlichen Unterhalt. Investitionen, Hypothekarzinsen und Versicherungsprämien gehen zu Lasten des Eigentümers. (vgl. Art 776 ZGB)
  • Baurecht 
    Beim Baurecht erhält eine Drittperson das Recht auf oder unter fremden Boden ein Bauwerk zu errichten. Der Baurechtsvertrag regelt Inhalt und Umfang des Baurechts. Als Gegenleistung für die Benützung des Bodens wird in der Regel die Bezahlung eines Baurechtzinses vereinbart. (vgl. Art 791 ZGB)
  • Vorkaufsrecht (limitiertes und unlimitiertes) 
    Das Vorkaufrecht verleiht dem Begünstigten die Möglichkeit, die Liegenschaft beim Verkauf zu erwerben. Dabei gibt es das limitierte und das unlimitierte Vorkaufrecht. Beim limitierten Vorkaufrecht werden Preis und weitere Bedingungen für den Verkauf bereits festgelegt. Beim unlimitierten Vorkaufrecht kann hingegen die Liegenschaft zu denselben Bedingungen erworben werden, welche für andere potenzielle Käufer gelten würden.
    Wird das Vorkaufsrecht vertraglich festgehalten, darf dies für maximale 25 Jahre vereinbart werden. Neben den vertraglich festgehaltenen Vorkaufsrechten existieren auch gesetzlich vorgeschriebene Vorkaufsrechte z. B. bei Miteigentum. Dafür ist kein Vertrag notwendig. (vgl. Art. 681 ZGB)
  • Wegrecht 
    Ein Wegrecht sichert den Zugang zu einem Grundstück. In der Wegrechtsdienstbarkeit werden in der Regel die Art des Wegrechtes (Fuss- und Fahrwegrecht), die Breite und Länge des Weges und zu tragende Unterhaltspflichten festgelegt. (vgl. Art 741 ZGB)
     
Diese Seite verwendet Cookies. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzbestimmungen.