Hypothek im Alter

Sie haben sich den Ruhestand verdient – mit ein paar Punkten stellen Sie sicher, dass Sie ihn ohne finanzielle Sorgen geniessen können.

Stellen Sie sich vor: Sie werden pensioniert, haben den grössten Teil Ihrer Liegenschaft abbezahlt, alles scheint für einen sorgenfreien Ruhestand zu sprechen – und dann meldet sich Ihr Kreditgeber und verlangt für die Verlängerung der Hypothek eine Teilrückzahlung Ihrer Hypothek. Wie kann das sein?

Grund dafür ist die Tragbarkeitsrechnung, nach der die gesamten Kosten für das Haus oder die Wohnung (also Hypothek, Unterhalts- und Nebenkosten und Amortisation) nicht mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen dürfen – und nach der Pensionierung verringert sich dieses meist um 25 bis 30 Prozent. Dazu kommt, dass mit einem theoretischen Hypozins von 5 Prozent gerechnet wird – also weit mehr als die aktuell marktüblichen Zinsen. Selbst wenn Sie also problemlos für die Hypothek aufkommen können, kann es sein, dass das Finanzinstitut beschliesst, dass ihr das Risiko zu gross ist und Sie die Kreditsumme reduzieren müssen.

Damit Sie nicht in diese Situation geraten, lohnt es sich, rechtzeitig an die folgenden Punkte zu denken:

1. Budgetplan aufstellen

Selbst wenn die Pensionierung noch weit in der Zukunft zu liegen scheint: Spätestens ab 50 Jahren sollten Sie eine Hochrechnung voraussichtlicher Einnahmen und Ausgaben durchführen. Vergessen Sie dabei nicht, dass die Gesundheitskosten im Alter tendenziell steigen und das Einkommen abnimmt. Falls es sich abzeichnet, dass die Hypothek für die zu erwartende Rente zu hoch sein könnte, haben Sie noch Zeit, Gegensteuer zu geben, indem Sie sparen und etwa über die Säule 3a oder 3b mehr Geld auf die Seite legen, Lücken in der Pensionskasse schliessen oder an der Amortisation der Hypothek arbeiten.

2. Liquidität gewährleisten

Überprüfen Sie, ob Ihre Hypothek vielleicht zu stark abbezahlt wurde – dann sind nämlich zu viele finanzielle Eigenmittel in der Liegenschaft gebunden. Um Ihre liquiden Mittel für die Pension wieder ins Gleichgewicht zu bringen, können Sie unter Berücksichtigung von Punkt 1 Ihre Hypothek auch wieder erhöhen. So können Sie sich ihren gewohnten Lebensstandard auch im Alter sichern.

3. Immobilienrente prüfen

Sind Sie schon älter, prüfen Sie das Angebot einer Immobilienrente (auch Senioren- oder Umkehrhypotheken). Dabei wird die Hypothek aufgestockt und ein Teil des Kapitals für künftige Zinszahlungen der bestehenden Hypothek verwendet. Mit dem Rest bessern Sie Ihre Rente auf.

4. Hypothekenanbieter vergleichen

Falls Sie einen Umbau am Haus planen und dafür eine zweite Hypothek aufnehmen müssen, informieren Sie sich gut bezüglich der Kreditgeber. Denn anders als bei der ersten Hypothek gelten bei der zweiten strengere Rückzahlungsvoraussetzungen. Die Hypothekarschuld ist innert maximal 15 Jahren oder spätestens bis zum Pensionierungsalter auf zwei Drittel des Belehnungswerts der Liegenschaft zu amortisieren.

Mit ein wenig Voraussicht steht einem geruhsamen Ruhestand also nichts im Weg – machen Sie sich erste Gedanken und dies bereits ab dem 50. Lebensjahr. Und selbst wenn Sie es verpasst haben, frühzeitig geeignete Massnahmen zu ergreifen, ist nicht alles verloren, denn bei einer Mehrgenerationen-Hypothek wird die Immobilie mit Solidarhaftung auf die Familienmitglieder überschrieben.

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